Die Europäische Kommission hat im März 2026 die Plattform „Women in Farming“ ins Leben gerufen und setzt damit ein weiteres Signal zur Stärkung von Frauen im Agrarsektor. Die Initiative ist Teil der „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“ und richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus der gesamten EU, die sich aktiv einbringen möchten.
Ansatzpunkte zur Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft
Ziel der Plattform ist es, die Vernetzung, Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen in der Landwirtschaft zu fördern. Trotz ihrer wichtigen Rolle – insbesondere bei Innovation, Nachhaltigkeit und Diversifizierung ländlicher Wirtschaftssysteme – sind Frauen in der europäischen Landwirtschaft weiterhin unterrepräsentiert. Aktuell werden nur rund 32 % der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt, bei den unter 40-Jährigen liegt der Anteil sogar bei lediglich 3 %. Zudem sehen sich viele Frauen mit strukturellen Hürden konfrontiert, etwa beim Zugang zu Land, Finanzierungsmöglichkeiten, Ausbildung und anderen Ressourcen.
Die neue Plattform soll hier ansetzen und einen Raum für Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen schaffen. Im Mittelpunkt stehen Dialogformate, der Austausch bewährter Praktiken sowie die Möglichkeit, gemeinsame Herausforderungen auf europäischer Ebene anzugehen. Ein zentrales Element ist der Aufbau eines EU-weiten Mentorinnennetzwerks, in dem erfahrene Landwirtinnen ihr Wissen weitergeben und praxisnahe Unterstützung leisten – beispielsweise in den Bereichen Betriebsführung, Marktverständnis, Innovation oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Mentoring und Sichtbarkeit als zentrale Hebel
Darüber hinaus setzt die Kommission gezielt auf mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Landwirtschaft. Durch die Präsentation erfolgreicher Landwirtinnen sollen bestehende Rollenbilder hinterfragt und neue Perspektiven aufgezeigt werden. Ziel ist es, insbesondere junge Frauen zu ermutigen, eine Zukunft im Agrarsektor in Betracht zu ziehen.
Die Plattform ist offen für Interessierte aus der gesamten EU und soll sich inhaltlich an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder orientieren. Bewerbungen für die Teilnahme im Jahr 2026 sind noch bis zum 30. April möglich.
Einordnung im internationalen Kontext
Die Initiative steht zudem im Kontext des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahres der Bäuerinnen und Landwirtinnen 2026 und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Themas auf internationaler Ebene.












